Kinderspiel ist Lernen!
Von kinderspiel am 26. März 2010Kinder spielen für Ihr Leben gern und spielen sich so ins Leben. Sicher ist: Spiel ist keine Spielerei.
Bei Kindern hat das weder etwas mit zufälliger Freizeitgestaltung noch mit einer rein lustbetonten Tätigkeit zu tun. Kein Nebenprodukt einer Entwicklung noch ist es ein verzichtbares Produkt im Lebenszyklus eines Menschen! Man muss das Kinderspielen gewissermaßen als Beruf des Kindes verstehen. Das Kind lernt die Welt um sich herum, sich selbst, Geschehnisse und Situationen zu begreifen.
Das Spiel eines Kindes ist von entscheidender Bedeutung für seine oder ihre Persönlichkeitsentwicklung. Zudem ist das Kinderspiel für einen darauf aufbauenden Erwerb von notwendigen schulischen sowie beruflichen Fähigkeiten notwendig. Die Leistungen in der Schule sind entscheidend geprägt durch die Spielfähigkeit des Kindes. Jeder Elternteil sollte daher zweimal überlegen, ob er / sie dem Kind das Spielen verbietet. Mehrere Untersuchungen haben ergeben, dass die Spielfähigkeit der Kinder immer weniger ausgeprägt ist. Gleichzeitig wird jedoch auch die mangelnde Schulfähigkeit bemängelt. Diese Zusammenhänge scheinen eindeutig.
Kinder begreifen schnell. Alles, womit Kinder zu tun haben, also alles was sie sehen, hören, riechen, fühlen und in den Händen halten können wird spielend begriffen. Grimassen schneiden beim Wickeln oder Waschen, das Klettern auf einen Baum oder das Reiten auf dem Schaukelpferd Rody, welches ich neulich sogar in einer Online Apotheke gesehen habe. Kinder setzen sich mit ihrer Umwelt auseinander, entdecken und verstehen alles Neue auf eine spielende Art und Weise. Im Gegensatz zu uns Erwachsenen erleben Kinder ständig neue Dinge und Situationen, die wir selbst als Routine bezeichnen würden. Ein Kind kann in diesen Situationen immer instinktiv handeln, da es noch nicht weiß, welche Reaktion die eigene Aktion auslöst.
Nach Meinung von führenden Spieleforschern spielen Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr ca. 15.000 Stunden. Der spielerische Lernprozess läuft darauf hinaus, dass sich die Kinder um Schluss darüber Gedanken machen, was war und ist und was werden kann/soll. Somit finden sie ihre Standpunkte, lernen Situationen und Gegenstände einzuschätzen, können Dinge und Situationen wiedererkennen und entsprechend ihrer besonderen Sinnhaftigkeit zuordnen.
Das erfolgt in vielen Stufen vom emotionalen Bereich bis zum kognitiven Bereich. Wir Eltern müssen daher verstehen, dass Lernen mehr ist als das Ergebnis von gezielten Angeboten zur Erweiterung des Wissens. Kinderspiel ist auch Lernen!